Roboterschweißen

6.04.2010 | von Redaktion |

Schweißroboter gehören zu den sogenannten Handhabungsautomaten, die in der Industrie inzwischen so bekannt und vertraut sind, dass sie inzwischen zu unserem Arbeitsalltag dazugehören. Dies war am Anfang der Entwicklung keinesfalls so. Es gab teilweise erbitterten Widerstand gegen solche „Dinger“.
Jeder Unternehmer, der sich entschlossen hat, in seinem Unternehmen, mit Hilfe von Robotern die Arbeit zu automatisieren, muss den Robotern zunächst das Programm, das sie zu absolvieren haben, anlernen. Denn von Haus aus weiß der Industrieroboter keinesfalls, was er zu tun hat.
Roboter sind vom Menschen geschaffen, das bedeutet, dass ausschließlich der Mensch bestimmen kann, welche späteren Fähigkeiten sein Roboter einmal besitzt. In der Fachsprache spricht man dabei vom programmieren. Lackieren, montieren, kleben oder auch schweißen, alle diese Fähigkeiten müssen dem Roboter beigebracht werden. Man spricht dabei vom „teachen“ und dies findet im direkten Kontakt mit dem Roboter statt.

Roboterschweißen

Die heutige Technik ist ständigen Verbesserungen und Neuentwicklungen ausgesetzt. Nichts anderes gilt auch für die Roboterbranche.
Zu den Neuentwicklungen gehört zweifelsohne der Industrieroboter für das Lichtbogenschweißen. Dieser Typ Roboter hat sieben angesteuerte Achsen und ist hervorragend dafür geeignet, große und schwierige Werkstücke zu schweißen, selbst wenn sich diese auf engen Arbeitsräumen befinden.
Aber auch der neuentwickelte Schweißroboter in Hohlwellenkonstruktion ist eine innovative Weiterentwicklung für den Bereich Schutzgasschweißen. Dies wird vorrangig für raue Umgebungen bei sehr hoher Wiederholgenauigkeit angewendet.
Die Verknüpfung Laser und Robotertechnik, ermöglicht das Produkte gefertigt werden, die mit konventionellen Schweißverfahren niemals realisiert werden könnten. Durch dieses Verfahren ergibt sich neben einer Kosten- auch noch eine Zeitersparnis, indem mit höheren Geschwindigkeiten gearbeitet wird. Außerdem gibt es bei diesem Schweißverfahren so gut wie keine Nacharbeit.
Großes Aufsehen erzeugt die Entwicklung im Frauenhofer-Institut, durch die Entwicklung eines Schweißroboters, der komplett ohne die sonst nötige Programmierung auskommt. Diesen Robotertyp kann man einerseits durch Sprachsteuerung instruieren, aber auch durch das Führen des Roboterarms mit Hilfe eines konstruierten Handgriffs. Bekommt dieser Robotertyp genügend Informationen, kann er selbstständig Vorschläge zu Prozessparametern oder bestimmten Aktionen unterbreiten. Dies kann er wahlweise in der graphischen Oberfläche aber auch als Sprachausgabe.
Das Denken betreffend werden Roboter zukünftig noch sehr viel selbstständiger und zuverlässiger arbeiten. Die Forschung ist daran immer mehr intelligente, eigenständige entscheidende Roboter zu entwicklen, was den Roboter zukünftig in die Lage versetzt, nicht nur Daten zu sammeln, sondern auch zu verarbeiten, zu interpretieren und auszuwerten. Zukünftig wird die Interaktion zwischen Mensch und Roboter immer weiter dahin verlaufen, gemeinsam Hand in Hand zusammenzuarbeiten. Der Vorteil für die Industrie liegt ganz offensichtlich in sehr viel mehr Flexibilität.
Wer sich nun fragt, wie sieht die Zukunft von Schweißrobotern aus, kann man eindeutig mit sehr gut, antworten. Es gibt Denkanstöße, die schon die ersten Umsetzungen nach sich gezogen haben, sodass ein marktreifer Werkstattroboter über “Plug-and-Produce-Schnittstellen” verfügen wird, das man ja bereits aus dem „Plug and play“ am vielerorts benutztem PC kennt. Der Roboter wird in der Lage sein, neue Komponenten zu erkennen, egal ob es sich dabei um einen Greifer, oder einen Sensor, gegebenenfalls auch um ein Bediengerät handelt, und los geht es mit der Arbeit.
Diese neuen Modelle haben noch einen weiteren Vorteil. Sie sind deutlich leichter und kleiner als die bisherigen Roboter.
Inzwischen geht die Forschung bei Robotern so weit, dass die Forscher an sogenannten Neuro-Computern experimentieren. Diese wären in der Lage, wie das menschliche Gehirn Daten verteilen und speichern zu können.
Die Forschung ist emsig bemüht, Entwicklungen wie etwas nachbiologischer Lebensformen umzusetzen. An der Realisierung dieser Visionen wird in vielen Industrieländern geforscht, gearbeitet und gebastelt.
Solch einer Art von Roboter wäre dann die hohe Kunst der Entwicklung und viele Wissenschaftler stehen schon heute auf dem Standpunkt, dass irgendwann jeder Schlosser seine eigenen Schweißroboter hat.
Und wie heißt es so schön, in einem Vortrag von Hans Moravec, Professor für Robotertechnik am MIT: „Was vor uns liegt, kann als Entwicklung neuer Lebensformen bezeichnet werden“.

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