Robocoaster – das Karussell der Zukunft
5.03.2010 | von Redaktion |Robocoaster sind Spezialroboter, die auf Jahrmärkten und in Freizeitparks das Fahrgeschäft übernehmen.
Hergestellt werden sie von der KUKA Roboter GmbH, die in den Siebziger Jahren die Robotik entscheidend beeinflusst hat und mittlerweile einer der weltweit größten Hersteller von Industrierobotern ist.
Der Robocoaster ist eine Weiterentwicklung des industriellen Schwerlastroboters KR500, der mittels eines sechsgelenkigen Transportarms Lasten von bis zu 500 kg Gewicht in alle Richtungen bewegen kann.
Für den Personentransport beim Jahrmarktgeschäft wurde der Roboter modifiziert, so dass anstelle des Werkzeugarms ein Arm mit Sitzgelegenheiten für die Besucher befestigt ist.
Die Fahrgäste sitzen mit freihängenden Beinen und durch Überschulterbügel gesichert in der Fahrschaukel, während der Robocoaster die unterschiedlichsten Bewegungen in verschiedenen Geschwindigkeiten ausführt.
Dabei sind die Fahrprogramme meist vorgegeben, sie können aber auch vom Fahrgast selbst individuell gestaltet werden, so dass Geschwindigkeit und Bewegungskombinationen flexibel variiert werden können.
2003 wurde der erste, zehnarmige Robocoaster im Legoland Billund, Dänemark aufgestellt und begeistert angenommen. Auch in Deutschland und den USA wurden seitdem in Freizeitparks, Museen und sogar in Einkaufszentren Anlagen eröffnet.

Vom Karussel zum Robocoaster
Mit dem Robocoaster können die Bewegungen verschiedenster Fahrzeuge authentisch simuliert werden. Um die Illusion zu verstärken, forscht man derzeit an der Uni Duisburg-Essen nach visuellen Ergänzungen zur realen Bewegung. Neben dem Freizeitbetrieb könnten derartige Fahrsimulationen sich auch in der beruflichen Praxis als nützlich erweisen. In mehrerlei Hinsicht ist der Robocoaster gegenüber herkömmlichen Fahrsimulatoren, die man zum Beispiel bei der Ausbildung von Piloten, etc. verwendet, deutlich im Vorteil. In jedem Fall ist er sicherer und vor allem sehr viel günstiger in der Nutzung.
Nachdem der Robocoaster vor allem im Freizeitbetrieb auf rege Begeisterung gestoßen ist, bemüht man sich mittlerweile darum, die Funktionen des Simulators zu spezialisieren und zu verfeinern.
In größeren Parks werden so multiple Robocoaster eingesetzt, die innerhalb einer Umgebung räumlich verteilt werden und so ganze Themenszenarien bedienen können.
Im französischen Abenteuerpark Futoroscope ist ein Roboterballett inszeniert, das aus zehn miteinander verknüpften KUKA Robocoastern besteht, die ihre Bewegungsprogramme musikalisch synchronisieren. Die Fahrprogramme sind dabei unter fünf Musikrichtungen und drei Intensitätsstufen frei wählbar.
Mehrdimensionalen Fahrspaß bietet ein weiterer Entwicklungstyp des Robocoaster. Der 4D-Simulator erzeugt mittels Ventilator Fahrtwindeffekte, die durch audiovisuelle Illusionen ergänzt werden und so täuschend echt die Situation bei Motorradrennen oder Speed-Boat-Abenteuern nachbilden sollen. Das Ziel ist es, die Simulation so lebensnah und originalgetreu wie möglich zu gestalten und dabei möglichst alle Sinne des Fahrgastes ansprechen zu können. Im französischen Skigebiet Les2Alpes wird der 4D-Robocoaster bereits täglich eingesetzt.
Auch die Sicherheit kommt neben den spektakulären Effekten beim Robocoaster nicht zu kurz. Alle Simulatoren sind TÜV-zertifiziert und mit ausgeklügelten Sicherheits- und Frühwarnsystemen ausgestattet. Der 4D-Simulator verfügt zum Beispiel über Kamera, Mikrofon und Temperaturüberwachung und kann im Notfall blitzschnell gestoppt und geöffnet werden.
Die Zunkunft des Robocoaster gestaltet sich rosig und innovativ. Verschiedene Erweiterungskonzepte stehen bereits in den Startlöchern, generell wird auch bei individuellen Anfragen gerne nach einer besonderen Lösung gefahndet. Grundsätzlich geht es nicht nur darum, die Effekte zu verstärken und den Fahrspaß zu revolutionieren, sondern auch um praktische Fragen, wie Aufbau und Kostenfaktoren.
Eine mobile Variante für den Indoor-Betrieb stellt zum Beispiel der Robocoaster Dome dar. Die Simulatoren werden hierbei mit einer Kuppel ausgestattet, wodurch einerseits die notwendige Verdunkelung für spezielle Lichteffekte gegeben ist, ohne dass andererseits unter höherem Kostenaufwand eine Halle errichtet werden müsste.
Den Fahrspaß erhöhen auch zum Beispiel Kombinationen aus Robocoaster und einem Tower, mit denen die Besucher sowohl horizontal als auch vertikal in die verschiedensten Richtungen katapultiert werden. Die Programmierung erfolgt hierbei so, dass der Fahrtweg für die Insassen vollkommen unberechenbar ist und immer wieder neue Überraschungen eingebaut werden können.
Alles in allem bietet der Robocoaster innovativen Fahrspaß unter höchstem Sicherheitsstandard und wird sicher noch einige Abenteuerlustige begeistern.
