Moderne Heinzelmännchen: Putzroboter

8.03.2010 | von Redaktion |

Der Wunsch des Menschen nach Entlastung bei den täglichen Reinigungsanforderungen im Haushalt kommt bereits früh in Märchen und Mythen zum Ausdruck, wenn z.B. imaginäre kleine unsichtbare Wesen diese Arbeit während des nächtlichen Schlafes der Menschen verrichten. Diese Wesen wurden Heinzelmännchen genannt und heute könnte man sie Putzroboter nennen, denn letztere leisten genau das. Sie sind zeitlich programmierbar, d.h., können auch in Abwesenheit des Besitzers ihren Dienst verrichten und vorher eingestellte Reinigungsprogramme durch eine Timer-Funktion zur gewünschten Zeit und im vorprogrammierten Ausmaß erledigen. Welch Traum!

Putzroboter auf dem Markt
Süße Träume sind sich ihres Wertes durchaus bewusst und so gehören die leistungsstärksten Putzroboter nicht zu den günstigsten Haushaltsgeräten; doch könnte sich die Investition schnell durch Einsparung von Zeit und Energie bezahlt machen.
Getestet und für leistungsfähig für den Markt befunden ist z.B. der RoboCleaner von Kärcher, der als vollautomatischer Staubsauger in jedem privaten oder professionellen Ambiente seine gründlichen Reinigungsdienste erledigen kann. Dieser Putzroboter hat ein ausgeklügeltes Navigationssystem, mit dem er sämtliche Hindernisse erkennen und darauf flexibel reagieren kann. Er liefert den aufgenommenen Schmutz in einer Filtertüte an der Basisstation ab und lädt sich mit neuer Energie auf.
Eine weitere Firma, die Putzroboter für diverse Umgebungen entwickelt hat und sie zudem preislich relativ günstig vermarktet, ist iRobot. Der Scooba Wischroboter z.B. ist im Gegensatz zu seinen Staubsauger-Kollegen auf das feuchte Reinigen von harten Böden, sei es Holz, Fliese oder Linoleum, spezialisiert. Er erkennt hartnäckige Verschmutzungen auch an schwer erreichbaren Stellen und hat auch eine Schrubbfunktion.
Bekannt geworden sind inzwischen die Staubsauger-Roboter von iRobot mit dem Namen Roomba. Sie sind ebenso erschwinglich, wie ein guter herkömmlicher Staubsauger und wurden über viele Testserien hinweg immer weiter verbessert im Hinblick auf die Sensibilität der Schmutzerkennung und die Bewegungsmuster sowie die Hinderniserkennung im Raum. iRobot bietet mit dem Putzroboter Roomba Pet auch einen speziellen Haushaltshelfer für die Entsorgung von Tierhaaren an.
Ein weiterer Bereich für Putzroboter ist die Reinigung von Swimmingpools. In der Preisklasse um die € 3000.- erhält man Modelle, z.B. in der Serie Dynamic von Dolphin, mit denen ein Schwimmbad vollautomatisch und auf Wunsch kabellos von sämtlichen Verschmutzungen befreit werden kann. Diese Serie ist in fünf Varianten mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf dem Markt, angefangen bei Sensoren zur Hinderniserkennung, speziellen Bürsten für verschiedene Becken bis hin zu selbstlernenden Reinigungsprogrammen.
Es gibt noch eine Reihe weiterer Firmen, wie Hyundai, Metapo, Elektrolux, Siemens u.a., die weltweit versuchen, Putzroboter am Markt zu etablieren. Der Kunde kann auswählen, ob er als Betreiber den Staubfilter selbst auswechseln und den entladenen Putzroboter von Hand an den Akkulader anschließen muss oder ob der Roboter eine Ladestation besitzt, zu der er selbstständig zurückkehren kann und die ebenso den Schmutz entsorgt. Diese Features wirken sich auf den Preis ebenso aus, wie z.B. die Raum- und Hindernisabgrenzung durch Infrarotschranken, die bei entsprechenden Modellen mitgeliefert werden.

Putzroboter

So stellt sich der Künstler einen Reinigungsroboter im Haushalt vor

Neuentwicklungen bei Putzrobotern
Eine Neuheit in der Entwicklung von Putzrobotern stellt der Looj, ebenfalls von der Firma iRobot dar. Er ist der erste Regenrinnen-Reinigungsroboter der Welt. Er ist noch nicht auf dem europäischen Markt erhältlich, bietet von der Idee her jedoch ein lohnenswertes Angebot an Hausbesitzer, sich den Gefahren beim manuellen Reinigen der Regenrinne zu entziehen.
Das Fraunhofer Institut in Stuttgart arbeitet als deutsche Roboter-Schmiede im Moment an der Entwicklung eines Putzroboters für Glasfassaden. Auch hier könnte eine für den Menschen eher aufwändige und zum Teil gefährliche Arbeit in sinnvoller Weise von einer Maschine übernommen werden. Unter dem Namen Racoon existieren im Moment mehrere Prototypen, die auf ihre Marktfähigkeit hin getestet werden.

Trends für Putzroboter
Auf der einen Seite forschen Institute und Firmen daran, preislich erschwingliche Putzroboter für den Massengebrauch in Haushalten herzustellen und hier geht es vor allem darum, die Schmutz- und Hinderniserkennung auf ein Höchstmaß zu verbessern, die Staub- und Schmutzentsorgung zuverlässig zu automatisieren, die Akkuleistung zu verlängern und letztlich den variablen Einsatz für verschiedene Bodenbeläge in einem Gerät zu vereinen. Ob es die Fensterputzroboter auch für den Kleinhaushalt geben wird, ist abzuwarten.
Auf der anderen Seite wird es hochpreisige Putzroboter für Spezialanwendungen geben, wie sie bereits für Hochhausfensterfronten in der Entwicklung sind. Hier ist neben der Schwimmbadreinigung auch an bäuerliche Betriebe zu denken, für die es bereits Putzroboter für den Stall gibt. Jede Firma hat ihre eigenen Putz-Prioritäten und so könnte sich die bautechnische Weiterentwicklung von Robotern zu Reinigungszwecken jeweils den Erfordernissen der Kunden anpassen.

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